Wissenswertes

Legionellen

Legionellen sind im Wasser vorkommende Bakterien, die sich bei für sie günstigen Bedingungen (Temperaturen zwischen 25 und 50° Celsius) in Trinkwasserinstallationen von Gebäuden oder in Verdunstungskühlanlagen stark vermehren können. Für den Menschen wird es aber erst dann gefährlich, wenn Legionellen durch Verneblung, z.B. im Duschwasser, beim Einatmen in die Lunge gelangen. Dadurch kann es zur Legionellose, einer gefährlichen Form der Lungenentzündung kommen. Es ist eine meldepflichtige, jedoch nicht von Mensch zu Mensch übertragbare Infektionskrankheit, die in schlimmsten Fall zum Tode führen kann.

Das Robert Koch-Institut registriert bis zu 1.000 gemeldeter Legionellose-Fälle pro Jahr in Deutschland, von denen ca. 5% tödlich endeten. Viele Quellen gehen von einer sehr hohen Dunkelziffer im Bereich von 15.0000 bis 30.000 Erkrankungen im Jahr aus, die nicht als solche erkannt wurden und somit sogar von einer Sterblichkeit bis zu 10% ausgegangen werden kann.

nach oben


„Legionellen-Schaltung“

Eine periodische temporäre Temperaturerhöhung auf über 60°C in einer Warmwasseranlage wird „Legionellen-Schaltung“ genannt. Hierbei handelt es sich gemäß DVGW W 551 (A) und W 557 (A) allerdings nicht um eine thermische Desinfektion. Diese Maßnahme ist nicht mehr zielführend, wenn Legionellen bereits vorhanden sind. Sie führt außerdem zu einer schnellen Verkalkung und Abnutzung der Armaturen und Dichtungen; sie trägt zum Resistenzaufbau von Legionellen gegen immer höhere Temperatur bei.

nach oben


Biofilm - Schutz und Nahrung für Legionellen

Biofilm ist eine symbiotische Lebensgemeinschaft aus Mikroorganismen wie Bakterien, Pilzen oder Algen. Sie nutzt die Stoffwechseleigenschaften und Schutzmechanismen der jeweils anderen Spezies und dient als Nahrungsgrundlage und Schutzzone für Legionellen und Amöben, die ihrerseits als Wirte für Legionellen wirken.

Stagnation, Totstränge oder überdimensionierte Leitungen und Speicher, zu geringer Wasseraustausch, zu niedrige Warmwassertemperatur <60°C oder zu hohe Kaltwassertemperatur >20°C begünstigen den Biofilmzuwachs.

nach oben


Pflichten des Eigentürmers/Gebäudebetreibers

Unser Trinkwasser ist laut Umweltbundesamt das am besten überwachte Lebensmittel und man kann davon ausgehen, von seinem Wasserversorger nahezu jederzeit unbedenkliches Wasser zu erhalten. Die Verantwortung des Wasserversorgers endet jedoch am Übergabepunkt des Gebäudes, dem Zähler. Innerhalb der Gebäude können sich die Keime jedoch durch Aufwärmen und Biofilm in Rohrleitungen rapid vermehren. Seit 2011 sind für Großanlagen mit Duschen und einem Speicher über 400 Liter oder einem Leitungsvolumen von > 3 Liter zwischen Abgang Wassererwärmer und Entnahmestelle regelmäßige Legionellen-Prüfungen gesetzlich vorgeschrieben.

Es besteht also für alle Eigentürmer/Betreiber die Pflicht, Ihre Anlagen so auszulegen, zu modernisieren oder nachzurüsten, dass Legionellen möglichst keine Chance haben. Bei Überschreitung des in der Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwertes für Legionellen von 100KBE/100ml ist davon auszugehen, dass Mängel im Trinkwassersystem oder dessen Betrieb vorliegen und Maßnahmen notwendig sind.

nach oben


Auflagen zur Legionellen-Untersuchung

  • Probenahme und Analyse der Probe nur von speziell geschultem und zertifiziertem Personal
  • Jährliche Untersuchung bei öffentlichen Großanlagen
  • alle 3 Jahre bei privaten und gewerblichen Großanlagen
  • sofort bei Erkrankungen oder besonderen Auffälligkeiten

nach oben


Maßnahmen für hygienische Wasserleitungssysteme

Bei Legionellen-Messwerten über 10.000KBE/100 ml sind Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr einzuleiten - Duschverbot durch Gesundheitsamt, Stoßdesinfektion usw..

Bei Überschreitung des Grenzwertes von 100KBE/100ml sind folgende Maßnahmen zu empfehlen:

  • Meldung beim Gesundheitsamt, Information an Eigentürmer / Mieter
  • Sofortige Stoßdesinfektion und optional anschließende Dauerdesinfektion

Zur häufig angewandten chemischen Desinfektion stellt newtec die Lösung mit der Elektrolyse in einer kompakten nt-BlueBox zur Verfügung, die eine sofortige Reduktion durch Stoßdesinfektion und einen anschließenden aktiven Schutz vor Legionellen durch Langzeitdesinfektion ermöglicht.

  • Durchführung erneuter Legionellen-Untersuchung
  • Gefährdungsanalyse mit Vorschlägen zu Korrekturmaßnahmen inkl. eines Sanierungsplans zur betriebstechnischen, bautechnischen und verfahrenstechnischen Vorgehensweise.

nach oben


Vergleich Gefahrklassen

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 528/2012 (Biozid-Verordnung) ist der Arbeitergeber/Betreiber nach Absatz 14 verpflichtet, vorrangig das verwendete Desinfektionsmittel durch weniger gefährliche zu ersetzen.

nach oben


Vorteile nt-BlueBox gegenüber thermischer Desinfektion

  • Gleichzeitige Desinfektion vom Kalt- und Warmwassersträngen möglich und kostengünstig, was häufig notwendig ist und praktiziert wird
  • aktiver Schutz mit nt-BlueBox gegen Freisetzen millionenfacher Legionellen beim Ablösen von Biofilm oder Platzen von Einzellern
  • effizienter und kontinuierlicher Biofilmabbau durch Depotwirkung
  • keine Verbrühungsgefahr wie bei der thermischen Desinfektion mit mindestens 70°C und 3 Minuten an jedem Duschkopf bzw. Wasserhahn
  • keine Erwärmung benachbarter Kaltwasserstränge und damit mehr Legionellen-Gefahr im Kaltwasser
  • geringer Personalaufwand, geringe Energie- und Betriebskosten
  • Vermeidung starker Kalkablagerung im Leitungssystem, besonders kritisch in Gebieten mit hartem Wasser
  • Vermeidung eventueller Temperatur-Resistenz von Legionellen

nach oben


Vorteile nt-BlueBox gegenüber ClO2-Dosierung

  • Vermeidung von Gefahrstoffen und hohen Sicherheitsanforderungen, Explosionsgefahr im Umgang mit den 2 Komponenten zur ClO2-Produktion vor Ort
  • Vermeidung von gesundheitsschädlichem Chlorit und Chlorat wie beim ClO2 als Reaktionsendprodukt mit Biofilm
  • Möglichkeit genauer online-Überwachung von Desinfektionsmittel

nach oben


Vorteile nt-BlueBox gegenüber Dosierung handelsüblicher NaClO-Lösung (15%)

  • sichere Desinfektion durch Vermeidung der Wirkstoffzersetzung während der Lagerung beim Händler und in warmer Umgebung (Keller)
  • Vermeidung giftiger Chlorate durch Wirkstoffzersetzung bei längerer Lagerung
  • weniger Geruchs-und Geschmacksbeeinträchtigungen
  • Vermeidung von Gefahren und Sicherheitsanforderungen für Lagerung, Transport und Dosierung von 15%iger NaClO als Gefahrstoff

nach oben


Vorteile nt-BlueBox gegenüber Membranelektrolyse

  • weniger Investitions- und Betriebskosten mit geringem Wartungsaufwand
  • Ohne NaOH als Nebenprodukt der Membranelektrolyse, das abgeführt und sicher entsorgt werden muss
  • Weniger Chlorate-Bildung als bei der Membranelektrolyse
  • Einfache, robuste Technik mit intelligenter Mess- und Regeltechnik
  • „Plug & Play“ für eine einfache Integration der kompakten nt-BlueBox in bestehende Sanitärinstallationen

nach oben